Bezirksleiter Friedrich: „Ein Kahlschlag ist mit uns nicht zu machen.“

MV Werften: IG Metall Küste fordert Perspektiven für die Beschäftigten an allen drei Standorten

(09.02.2021) Die IG Metall Küste hat die MV Werften und die Politik aufgefordert, Perspektiven für die Beschäftigten an allen drei Standorten in Rostock, Stralsund und Wismar aufzuzeigen.

Staatskanzlei in Schwerin: Metaller und Metallerinnen nach einem Gespräch mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu den MV Werften im Sommer vergangenen Jahres.

„Ein Kahlschlag ist mit uns nicht zu machen. Bei der Rettung der MV Werften muss es vor allem um den Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte gehen“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, nachdem die Geschäftsführung am Dienstagabend Verhandlungen über einen massiven Personalabbau mit Betriebsräten und Ge-werkschaft angekündigt hatte. „Die Menschen sind für uns der Maßstab, nicht die finanziellen Interessen von Unternehmen, Banken sowie Bund und Land.“

Die IG Metall Küste erwartet Vorschläge, die die Zukunft der Werften sichern. „Alle Alternativen – mit oder ohne Genting, auch mit staatlicher Beteiligung – müssen geprüft werden“, so Friedrich. Vieles sei denkbar: neben dem Kreuzfahrtschiffbau mit weiteren Aufträgen von Genting zum Beispiel auch Offshore-Plattformen und öffentliche Aufträge etwa für die Marine oder Forschungseinrichtungen. „Das Unternehmen ist hier genauso gefordert wie Bundes- und Landesregierung. Wir brauchen schnell verbindliche Zusagen, mit denen sich die Zukunft des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern sichern lässt.“

Ziel der Gewerkschaft in den anstehenden Verhandlungen mit der Geschäftsführung ist es, alle drei Standorte als funktionsfähige Werften und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. „Da neue Aufträge möglich sind, muss Kurzarbeit mit Qualifizierung weiter für möglichst viele Beschäftigte genutzt werden. So lässt sich das Know-how auf den Werften erhalten“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Friedrich. „Für uns ist klar: Wenn Mitarbeiter gehen müssen, dann nur zu angemessenen Bedingungen mit Transfergesellschaften und Abfindungen. Die dafür nötigen Mittel müssen vom Unternehmen bereitgestellt werden.“

Die IG Metall-Geschäftsstellen Lübeck-Wismar, Rostock und Stralsund-Neubrandenburg informieren am Donnerstag ihre Mitglieder über den Stand der Gespräche mit dem Unternehmen und der Landesregierung in einer Videokonferenz. Mehr Informationen für Mitglieder gibt es nach Anmeldung über die Geschäftsstellen auf der Internetseite: https://www.igmetall-luebeck-wismar.de/mv-werften/



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