Arbeits- und Gesundheitsschutz in Corona-Zeiten

Corona-Prävention: Beschäftigte im Betrieb schützen

(24.04.2020) Fr die IG Metall ist klar: In der Corona-Krise hat die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen hchste Prioritt. Daher sind an allen Arbeitspltzen wirksame Manahmen durchzufhren, die das Infektionsrisiko der Beschftigten minimieren. Hierzu hat die IG Metall eine Handlungshilfe erarbeitet.

Aus der Handlungshilfe:

Die Gefahrenlage ist eindeutig: Das Risiko, mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, ist in Deutschland mittlerweile allgegenwrtig, die Gefahr, auch am Arbeitsplatz an der Lungenkrankheit Covid19 zu erkranken, sehr hoch. Elementar ist, das Infektionsrisiko zu minimieren ? und die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen zu schtzen.

Fr Betriebe und Beschftigte hat die Pandemie weitreichende Folgen: Nahezu berall stehen Arbeitsschutzakteure vor der Herausforderung, Schutzmanahmen umzusetzen. Eine zentrale Rolle dabei spielen technische, arbeitsorganisatorische und individuelle Schutzmanahmen, die sich daran orientieren, den erforderlichen Sicherheitsabstand einzuhalten und grundlegende Hygieneanforderungen zu gewhrleisten.

Leicht ist das mitunter nicht. Von der Knappheit an persnlicher Schutzausrstung oder geeigneter Desinfektionsmitteln einmal abgesehen, fehlen auf zahlreiche Fragestellung erprobte Antworten. Mittlerweile aber hat das Bundesministerium fr Arbeit und Soziales verbindliche Arbeitsschutzstandards vorgelegt. Diese sollen entsprechend der Bedingungen in den einzelnen Branchen konkretisiert und in den Netzwerken der Arbeitsschutzakteure kommuniziert werden. Die Handlungshilfe der IG Metall leistet auch dies.

Strategie entwickeln

Klar ist: Die Entwicklung und Umsetzung einer effektiven Strategie zur Corona-Prvention in den Betrieben muss so zgig wie mglich erfolgen. Hier stehen die Arbeitgeber in der Pflicht: Sie sind per Gesetz fr den Schutz der Gesundheit im Betrieb verantwortlich. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Betriebsrat in dieser Frage nichts zu tun htte ? im Gegenteil: Bei der Planung und Durchsetzung der notwendigen Manahmen ist der Betriebsrat einzubeziehen.

Die Instrumente, die dem Betriebsrat bei seiner Prventionspolitik zur Verfgung stehen, sind bestens bekannt: Sie heien Mitbestimmung und Gefhrdungsbeurteilung. Wichtig dabei: Im Falle von Corona muss der Schritt der Beurteilung einer Gefhrdung nicht mehr vorgenommen werden. Die hohe Ansteckungsgefahr steht auer Frage. In den Betrieben kann deshalb sofort ber Prventionsmanahmen verhandelt werden.

Leitlinien betrieblicher Prvention

Ziel der betrieblichen Prventionspolitik muss sein, die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Infektionen zu verlangsamen und die Beschftigten zu schtzen. Auer Frage steht dabei: Das Arbeiten in der Pandemie verlangt ein noch hheres Gesundheitsschutz-Niveau als unter normalen Umstnden. Der Schutz der Gesundheit der Beschftigten ist nicht verhandelbar. Klar ist dazu: Auch der aktuell diskutierte Einsatz von ?Tracking per Smartphone-App? (pettApp) zur Eindmmung der Pandemie kann sicherlich nur eine zustzliche Manahme sein.

Da das Corona-Virus insbesondere auf dem Wege der Trpfchen- und Kontaktinfektion bertragen wird, konzentrieren sich Schutzmanahmen zur Minimierung der Ansteckungsgefahr insbesondere auf die Gewhrleistung eines hinreichenden Sicherheitsabstandes sowie auf Hygienemanahmen, die das Risiko eine bertragung der Viren ber Oberflchen minimiert.

Manahmen umsetzen

Entsprechende Mindestanforderungen mssen in den Betrieben durch technische, arbeitsorganisatorische und individuelle Schutzmanahmen erreicht werden. Welche Vorkehrungen im Einzelnen zu treffen sind, kann pauschal nicht gesagt werden ? das zeigt die Ermittlung der vor Ort bestehenden Gefhrdungen.

Klar ist aber: Nur eine Manahmenkombination kann einen wirksamen Infektionsschutz garantieren. Klar ist auch: Die besten Manahmen ntzen wenig, wenn die Kolleginnen und Kollegen nicht hinreichend einbezogen worden sind. Ganz wichtig: Fr Beschftigte, die einer Risikogruppe angehren, weil sie etwa an Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, mssen besondere Vorkehrungen getroffen werden.

Bei der Wahl der Manahmen gilt das TOP-Prinzip. Die Rangfolge sieht technische Manahmen vor organisatorischen, gefolgt von personenbezogenen. Folgende Manahmen drften in den Betrieben von besonderer Bedeutung sein:

Ausgewhlte technische Manahmen
- Mindestabstand in Umkleide-, Wasch- und Pausenrumen sowie Kantinen sicherstellen
- innerbetriebliche Verkehrswege entzerren
- Arbeitsablufe in der Produktion so umgestalten, dass der Mindestabstand zwischen den Beschftigten eingehalten werden kann
- Arbeitsablufe im Bro ndern, alternierende Homeoffice-Regelungen vereinbaren
- versetzte Arbeitszeiten und Pausen vereinbaren

Ausgewhlte organisatorische Manahmen
- Mindestabstand in Umkleide-, Wasch- und Pausenrumen sowie Kantinen sicherstellen
- innerbetriebliche Verkehrswege entzerren
- Arbeitsablufe in der Produktion so umgestalten, dass der Mindestabstand zwischen den Beschftigten eingehalten werden kann
- Arbeitsablufe im Bro ndern, alternierende Homeoffice-Regelungen vereinbaren
- versetzte Arbeitszeiten und Pausen vereinbaren

Ausgewhlte personenbezogene Manahmen
- vor der Arbeit auf mgliche Symptome achten
- beim Weg von und zur Arbeit Menschenansammlungen in ffentlichen Verkehrsmitteln mglichst meiden; Auto, Fahrrad nutzen oder den Werksbus, in dem Abstandsregeln eingehalten werden
- ggf. Atemschutzmaske oder persnliche Schutzausrstung tragen
- auf individuelle Handhygiene achten


Weitere Infos bei der IG Metall

Weitere Infos beim Bundesministerium fr Arbeit und Soziales

:: Handlungshilfe der IG Metall (PDF | 670 KiB)