Bezirksleiter Friedrich: "Die angedrohten Entlassungen sind vom Tisch. Stattdessen gibt es intelligente Lösungen"

Airbus: IG Metall und Konzernbetriebsrat setzen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen durch

(04.03.2021) Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Airbus in Deutschland bis Ende 2023 ausgeschlossen. Darauf haben sich IG Metall und Konzernbetriebsrat in einer Gesamtlösung von betrieblichen und tariflichen Regelungen mit dem Unternehmen geeinigt. "Die angedrohten Entlassungen sind vom Tisch. Stattdessen gibt es intelligente Lösungen. Das haben IG Metall und Betriebsräte in einem monatelangen Verhandlungsmarathon erreicht", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Donnerstag in Hamburg. "Mit freiwilligem Ausscheiden, Kurzarbeit und Arbeitszeitabsenkungen mit teilweisem Entgeltausgleich schafft es Airbus in Deutschland durch die bisher schwerste Krise des Unternehmens. Im Fall der Fälle reduzieren wir Stunden, statt Menschen zu entlassen. Mit dem Abschluss zeigen IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung, dass sie gemeinsam und verantwortungsvoll auf den massiven Produktionseinbruch durch die Corona-Krise reagieren."

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Holger Junge, ergänzte: "Die Ankündigung der Konzernleitung, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen, ist eine riesige Erleichterung für uns alle. Wir können uns jetzt wieder auf die schrittweise Erholung der Produktion und vor allem auf unsere Zukunftsprojekte konzentrieren, wie etwa das emissionsfreie Fliegen. Dieser Erfolg wäre ohne die Unterstützung der Belegschaft nicht möglich gewesen." Die umfangreiche Inanspruchnahme des Freiwilligenprogramms aus dem Sozialplan habe einen radikalen Kahlschlag verhindert. Der große Zuspruch zeige die Attraktivität der vereinbarten Konditionen. Junge dankte zudem der Bundesregierung: "Die Verlängerung der Kurzarbeit und die enormen Mittel für Forschung und Entwicklung tragen massiv dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern."

Zur Überbrückung der restlichen Auslastungslücken wird die Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit bis Ende 2021 verlängert. Anschließend ist es durch den neu abgeschlossenen Tarifvertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung möglich, die Arbeitszeiten für ganze Betriebe oder Betriebsteile in vier Stufen abzusenken. Dafür wurde ein teilweiser Entgeltausgleich vereinbart.

"Wir haben dafür ein solidarisches Finanzierungsmodell beschrieben: Airbus trägt mindestens zwei Drittel der Kosten. Außerdem beteiligen sich Beschäftigte, die nicht von der Absenkung der Arbeitszeit betroffen sind", erklärte IG Metall-Verhandlungsführer Carsten Bremer. "Damit haben wir bereits heute ein Instrument für die Zeit nach der Kurzarbeit geschaffen, mit dem flexibel auf die Auslastungssituation reagiert werden kann und gleichzeitig Beschäftigung und Einkommen abgesichert werden."

Zu Airbus in Deutschland gehören u.a. die Airbus Operations (ziviler Flugzeugbau), Airbus Defence and Space, Airbus Helicopters und Premium AEROTEC mit insgesamt über 55.000 Beschäftigten.



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