industriALL Europe legt Rettungsplan für europäischen Schiffbau vor

Rettungsplan zur Rettung des Schiffbaus in Europa gefordert / IG Metall Küste unterstützt Forderungen der europäischen Gewerkschaften

(10.12.2020) Die IG Metall Küste unterstützt die Forderung nach einem Rettungsplan für die europäische Schiffbauindustrie, die der europäische Gewerkschaftsdachverband industriALL Europe veröffentlicht hat. "Es geht um die Substanz des Schiffbaus in Deutschland und Europa", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Von der Politik in Brüssel, Berlin und den Bundesländern erwarten wir schnelles und entschlossenes Handeln. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung muss es gelingen, Werften und Zulieferer als wichtige industrielle Kerne zu sichern. Dafür gibt es in dem Rettungsplan von industriALL Europe viele, gute Ansätze."

Pressemitteilung industriALL Europe

Europäischer maritimer Technologiesektor: Rettungsplan zur Rettung der Branche und ihrer Beschäftigten erforderlich

Die Arbeitnehmer*innen in der europäischen Meerestechnikbranche fordern einen sektoralen Sanierungsplan zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Der Sektor, der mehr als 500.000 direkte und 400.000 indirekte Arbeitsplätze in der EU sowie Tausende weitere in ganz Europa sichert, war bereits in schlechter Verfassung, bevor COVID-19 in Kraft trat.
Der europäische maritime Technologiesektor, zu dem rund 300 Werften und 28.000 maritime Zulieferer in Europa gehören, ist für die Herstellung von hochtechnologischen und innovativen Ausrüstungen und Schiffen auf dem Weltmarkt bekannt. Die anhaltenden Herausforderungen des unlauteren Wettbewerbs und der weltweiten Überkapazitäten sowie die durch COVID-19 verursachten Standortschließungen und Produktionsausfälle bedeuten jedoch, dass das Überleben der Branche gefährdet ist.

Judith Kirton-Darling, stellvertretende Generalsekretärin von industriAll Europe sagte: "Wir können auf eine stolze Geschichte des Schiffbaus in Europa zurückblicken, und die heutige Produktion von High-Tech-Ausrüstungen und Schiffen einschließlich der Produktion von "grünen Schiffen" ist etwas, worauf wir heute sehr stolz sind. Dieser Sektor ist jedoch gefährdet, und dies könnte für die verschiedenen Küstenregionen in Europa, die auf diese Industrie angewiesen sind, besonders verheerend sein".

"Die Gewerkschaften haben sich zusammengeschlossen, um Maßnahmen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu fordern, um nicht nur die Erholung des Sektors zu gewährleisten, sondern auch sein Überleben im harten und oft unfairen internationalen Wettbewerb zu garantieren. Konkret fordern wir die Europäische Kommission auf, eine neue ehrgeizige europäische Industriestrategie für den Sektor auszuarbeiten, die den kommerziellen Schiffbau, die Reparatur, die Verteidigung und die Offshore-Industrie umfasst".

Das Positionspapier, das Forderungen enthält, gegen unfairen Handel vorzugehen, die Dekarbonisierung zu verstärken und prekäre Arbeit zu beenden, ist zeitlich gut auf die Ende dieser Woche erwartete Strategie der Europäischen Kommission für nachhaltige und intelligente Mobilität abgestimmt. Die Gewerkschaften heben hervor, dass Europa bei High-Tech- und umweltfreundlichen Schiffen eine Führungsrolle übernehmen und gleichzeitig gegen den harten internationalen Wettbewerb in diesem Bereich ankämpfen muss.

Judith Kirton-Darling fügte hinzu: "Europa hat die Fähigkeit, bei der Herstellung der weltweit modernsten, hochwertigsten und umweltfreundlichsten Schiffe und Ausrüstungen führend zu sein. Die Arbeitnehmer*innen sind bestrebt, bei diesem Übergang eine führende Rolle zu spielen. Der Sektor steht jedoch unter zunehmendem Druck, und wir haben bereits vorübergehende Werftschließungen in Deutschland, Norwegen, Italien und Frankreich sowie angekündigte Entlassungen in einigen Werften, darunter auch in Finnland, erlebt", so Judith Kirton-Darling.

"Die Arbeitnehmer*innen in Europa sind äußerst besorgt. Wir müssen die Industrie und ihre qualifizierten Arbeitskräfte schützen, die für die Dekarbonisierung des Sektors und die Unterstützung Europas bei der Erreichung seiner Klimaziele von wesentlicher Bedeutung sind. Wir dürfen dieses Know-how nicht verlieren, und wir fordern einen starken Sanierungsplan, um Werften, Ausrüstungslieferanten und die gesamte Lieferkette über Wasser zu halten."

IndustriAll European Trade Union ist der Verband unabhängiger und demokratischer Gewerkschaften, die Beschäftigte in den Branchen Metall, Chemie, Energie, Bergbau, Textil, Bekleidung und Schuhe sowie in verwandten Branchen und Tätigkeiten vertreten. Wir vertreten 7 Millionen Arbeitnehmer*innen, die in 180 nationalen Gewerkschaftsorganisationen in 38 europäischen Ländern organisiert sind.

:: Positionspapier industriAll zum Download (PDF | 805 KiB)



Druckansicht

Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
IG Metall Bezirksleitung Kste
Kurt-Schumacher-Allee 10
20097 Hamburg
Tel.: 040 / 28 00 90 - 43
Tel.: 040 / 28 00 90 - 55
heiko.messerschmidt@igmetall.de

Aktuelle Pressemitteilungen von www.igmetall.de