Strkung der dualen Ausbildung

IG Metall Küste und Nordmetall skizzieren gemeinsam mögliche Übergangslösungen zur Gestaltung des Ausbildungsjahr 2020 in den Nord-Bundesländern

(04.06.2020) Bereits Anfang April verstndigten sich die IG Metall Kste und Nordmetall auf eine gemeinsame Absicherung des Ausbildungsstarts 2020. Dabei stand von Anfang an fest: Covid-19 darf keine Auswirkungen auf die Ausbildung junger Menschen in den Betrieben haben. Weder die Anzahl der Ausbildungspltze, noch die Qualitt der Ausbildung drfen am Ende darunter leiden. Um die Diskussion mit Akteur*innen der beruflichen Bildung in den norddeutschen Lndern proaktiv zu starten und somit rechtzeitig vorbereitet zu sein, skizzierten die Sozialverbnde mgliche bergangslsungen fr einen reibungslosen Ausbildungsstart im Sommer 2020.

Die nachfolgenden berlegungen bilden einen mglichen alternativen Weg ab, um Betrieben die Ausbildung von jungen Menschen weiterhin zu ermglichen und die Ausbildungszahlen in den Nord-Bundeslndern zu halten bzw. zu steigern. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht abgesehen werden, wann sich Auftragseingnge oder wirtschaftliche Bedingungen wieder stabilisieren Schulabgnger*innen sollen ermutigt werden, sich fr eine duale Berufsausbildung zu entscheiden und eine mgliche Steigerung von Jugendarbeitslosigkeit im Land verhindert werden.

Ziel ist die unbedingte Strkung der dualen Ausbildung. Arbeitsmarktpolitische Instrumente, wie Einstiegsqualifizierungen, auerbetriebliche Ausbildungen und weitere, sind erst im zweiten Schritt zu whlen. Vorzugsweise wird eine qualifizierende bergangslsung fr Auszubildende und zur Untersttzung der Betriebe geschaffen zum Start des Ausbildungsjahres 2020. Zudem werden Ausbildungsbetriebe finanziell untersttzt, um die duale Ausbildung zu sichern. Das Konzept ist branchenbergreifend zur Nutzung fr alle ausbildenden Betriebe anzulegen.

Die qualifizierende bergangslsung sieht vor, den betrieblichen Teil der dualen Ausbildung berbetrieblich fr die Dauer von einem bis sechs Monaten bei einem externen Bildungstrger zu absolvieren. untersttzend zu Betrieb und Berufsschule. ber einen externen Bildungstrger findet eine berbetriebliche Qualifizierungsmanahme zum Ausbildungsstart statt. Mgliche Inhalte sind
Grundlagen der Ausbildungsberufe, welche in der Theorie zu Beginn vermittelt werden knnen (z.B. technische Mathematik, Kommunikation, Datenschutz, Umgang mit neuen Medien, etc.). Durch eine erstrangige Vermittlung theoretischer Lerninhalte wird der Ausbildungsrahmenplan im Ablauf, aber weder in Struktur noch in Inhalten verndert. Die inhaltliche und konzeptionelle Ausgestaltung findet durch Einbindung der Akteur_innen der beruflichen Ausbildung statt. Sollten Prsenzveranstaltung nicht mglich sein, ist eine technische Ausstattung von Auszubildenden wo mglich vorzunehmen. E-Learning-Angebote und weitere technische Mglichkeiten zur Vermittlung
von Lerninhalten ist weiter auszubauen und zu nutzen. Die Finanzierung eines Trgers inkl. technischer Ausstattung fr Lehrende und Auszubildende durch das Qualifizierungschancengesetz (QCG), Kurzarbeitergelder (KuG) oder Landesmittel ist an dieser Stelle zu prfen und zu diskutieren. Dies betrifft gleichermaen die Erstattung der Ausbildungsentgelte fr einen begrenzten Zeitraum an die Ausbildungsbetriebe ? wie es allgemein im QCG vorgesehen ist, zur finanziellen Entlastung der Betriebe.

Explizit wird von einer bergangslsung von ein bis maximal sechs Monaten gesprochen. Es handelt sich um keine Entkoppelung der dualen Berufsausbildung von Betrieb und Berufsschule, sondern untersttzende Manahmen zum Erhalt dieser. Ausbildungsvertrge werden weiterhin zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben geschlossen, mgliche Manahmen bilden eine berbetriebliche Qualifizierungsmanahme ab, explizit keine auerbetriebliche Manahme.
Ausbildungsrahmenplne werden eingehalten aber ggf. in ihrem Ablauf neu strukturiert, ohne die Ausbildung zu verkrzen oder zu verlngern. In der konzeptionellen und inhaltlichen Ausgestaltung der Manahmen werden Berufsschulen, Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbnde, die Agentur fr Arbeit sowie alle weiteren betroffenen Akteur*innen wie betriebliches Ausbildungspersonal ausdrcklich eingebunden.

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Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
IG Metall Bezirksleitung Kste
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