Bezirksleiter Friedrich: „Standortschließungen und Arbeitsplatzabbau sind kein Zukunftskonzept.“

MV Werften: IG Metall Küste und Betriebsräte fordern Vertrag zum Erhalt aller Standorte und zur Sicherung der Beschäftigung

(13.11.2020) Die IG Metall Küste und die Betriebsräte der MV Werften in Rostock, Stralsund und Wismar fordern den Erhalt aller drei Standorte als funktionsfähige Werften und die Sicherung von Beschäftigung durch zusätzliche Aufträge sowie Kurzarbeit und Arbeitszeitabsenkung. Über einen Standortvertrag wollen die Arbeitnehmervertreter mit dem Unternehmen, dem Tarifpartner Nordmetall sowie der Landesregierung weiter-verhandeln. Erste Gespräche dazu gab es in dieser Woche.

„Standortschließungen und Arbeitsplatzabbau sind kein Zukunftskonzept. Da muss uns gemeinsam mehr einfallen“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern braucht eine Perspektive. Die Beschäftigten auf den MV Werften erwarten, dass jetzt alles vorangetrieben wird, was für Arbeit sorgt – etwa Offshore-Projekte oder Marineaufträge. Die Fertigungstiefe muss erhöht werden und Eigen- vor Fremdbeschäftigung gehen.“

Ines Scheel, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der MV Werften, ergänzte: „Uns geht es um die Zukunft aller drei Standorte. Wir werden uns in den Verhandlungen für alle Beschäftigten in Rostock, Stralsund und Wismar stark machen. Die MV Werften müssen auch künftig für gute Industriearbeitsplätze stehen.“

Die Arbeitnehmervertreter fordern, die Kurzarbeit zu verlängern und Kündigungen weiter auszuschließen. „Wir müssen eine Brücke in die Zukunft bauen. Unternehmen und Beschäftigte brauchen dafür mehr Zeit“, so Friedrich. „Nachdem die Geschäftsführung die Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen am Mittwoch gestartet hat und außerdem tarifliche Einschnitte fordert, verschärft sich die Auseinandersetzung um Arbeitsplätze und Standorte. Unser Ziel bleibt weiter, gemeinsam mit Unternehmen, Betriebsrat, Nordmetall und Landesregierung zu tragbaren Lösungen für die Beschäftigten zu kommen.“

Die IG Metall-Geschäftsführer Stefan Schad (Rostock und Schwerin), Guido Fröschke (Stralsund-Neubrandenburg) und Henning Groskreutz (Lübeck-Wismar) haben die Gewerkschaftsmitglieder am Freitagnachmittag in einer Videokonferenz über den aktuellen Stand informiert.



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