IG Metall Küste kritisiert Vorschlag der Arbeitgeber

Wenig Fortschritte in Tarifverhandlungen für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie

(08.02.2021) Die IG Metall Küste hat den ersten Vorschlag des Arbeitgeberverbandes Nordmetall zur Lösung des Tarifkonflikts in der Metall- und Elektroindustrie kritisiert. „Nur mit Überschriften ohne klare, verbindliche Regelungen kommen wir nicht zur Lösung“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, nach der dritten Verhandlung am Montag in Bremen.

Vor Beginn der dritten Verhandlung: IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich mit Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele. Foto: Carmen Jaspersen / IG Metall Küste

„Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis darüber, wie wir Arbeitsplätze in der Krise sichern und Einkommen stabilisieren. Unter Beteiligung der Beschäftigten wollen wir die Zukunft in den Betrieben gestalten. Dazu haben wir von den Arbeitgebern in den Verhandlungen heute in Bremen viel zu wenig gehört.“

„Ein Nullrunde für die Beschäftigten in 2021, ein Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung in 2022 mit Wirkung bis ins Jahr 2023 und unklare Aussagen zur Beschäftigungssicherung und Transformation sind keine Grundlage für einen guten Abschluss“, so der Gewerkschafter. Eine feste Automatik für eine Differenzierung, wie von den Arbeitgebern gefordert, lehnte Friedrich strikt ab. „Mit solchen Vorschlägen lässt sich die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie nicht gemeinsam gestalten.“

In der dritten Verhandlungsrunde ging es außerdem um den Stand der Gespräche in den eingesetzten Arbeitsgruppen, die sich mit möglichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und einer Rahmenregelung für betriebliche Zukunftstarifverträge be-schäftigten. IG Metall-Bezirksleiter Friedrich betonte, dass bei einer Absenkung der Arbeitszeit zur Beschäftigungssicherung ein teilweiser Entgeltausgleich notwendig sei. „Mit einer Vier-Tage-Woche lassen sich Beschäftigte über die Krise hinweg halten. Damit sich diese alle leisten können, wollen wir einen Ausgleich durch den Arbeitgeber durchsetzen.“

Vor Beginn der Verhandlung im Gewerkschaftshaus Bremen gab es eine Aktion der IG Metall Jugend, die mit einem Banner an einem nahegelegenen Parkhaus auf die Themen der Jugendlichen aufmerksam machte. Das Motto der Aktion: „Wer ausbildet, muss auch übernehmen.“

Arbeitsgruppen werden bis zum nächsten Verhandlungstermin Ende Februar die Themen weiter vertiefen und Lösungsansätze für die vierte Verhandlung erarbeiten.

Die IG Metall fordert ein Volumen von vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate, das zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt werden soll. Neben betrieblichen Zukunftstarifverträgen soll auch über die Arbeitszeitangleichung in Ostdeutsch-land und die Einbeziehung von Dual Studierenden in die Tarifverträge gesprochen werden. Die IG Metall Küste verhandelt für etwa 140.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein.



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